Winddrachen – das Spiel mit dem Wind

Der Frühling, genauso wie der Herbst, ist die Zeit der Winde. Die Zeit, in der sanfte Brisen genauso wie kräftige Böen über das Land fegen und dies vom Schwarzwald bis Friesland. Es ist eine gute Zeit, um Drachen steigen zu lassen.

Wer noch nie einen Drachen steigen ließ, hat fraglos etwas verpasst. Je nach Größe kann ein Drachen beträchtliche Höhen erreichen und er kann dazu gebracht werden, schleifen zu fliegen oder einfach nur still im Gegenwind zu stehen. Die Kraft des Windes in der Schnur zu spüren, die den Winddrachen beherrscht und es ermöglicht, ihn noch weiter steigen zu lassen oder wieder näher an die Erde heranzuholen, das besitzt eine eigentümliche Wirkung. Das Kind wird einfach nur die Freude empfinden, das der Drache am Himmel tanzt, der oder die Erwachsene wird mitunter die Philosophie des Drachens erkennen, der zum Beispiel das Symbol Chinas ist, aber als mythische Figur fast überall auf der Welt eine geschichtliche Rolle spielt.

Aus spielerischer Sicht gesehen sind Winddrachen die Vorgänger der heute sehr populären Drohnen. Wie populär zeigt ein Blick in Googles Suchmaschine, die unter dem Begriff Drohne rund 12 Millionen Ergebnisse anzeigt, unter Winddrachen jedoch gerade noch auf 73-Tausend Links kommt. Dabei besitzen Winddrachen einige Vorzüge, die ihre Benachteiligung durch die Drohnen durchaus wettmachen.

Für einen einfachen Winddrachen braucht es nur eine Rolle Packpapier, ebenso eine Rolle kräftiger, jedoch dünner Schnur, zwei schmale Holzleisten mit je etwa einem Meter Länge und etwas Bastelleim. Anleitungen für den Zusammenbau finden sich im Internet. Dann kann es auch schon losgehen.

Kinder lernen dabei zudem etwas über physikalische Gesetze, wenn auch eher unbewusst. Sie erkennen, was Auftrieb eigentlich bedeutet und welche Voraussetzungen dazu notwendig sind. Sie finden heraus, warum es wichtig ist, das manche Drachen einen Schwanz benötigen, andere wiederum nicht. Kinder können ohne Gefahr experimentieren und einfach selbst etwas Neues ausprobieren.

Winddrachen – nicht unbedingt old-school

Jugendliche und Erwachsene erkennen den Wert eines Winddrachen auch in Verbindung mit moderner Technik. So werden große Drachen beispielsweise als Schleppdrachen an Motorschiffen verwendet, um Schiffsdiesel einzusparen. Funker im UKW-Bereich nutzen Drachen als Antennen und auch das was Drohnen sehr gut können, Luftaufnahmen zu machen, geht mit verschiedenen Drachenmodellen fast genauso.

Mehrere Firmen, darunter auch Google, arbeiten zurzeit an Winddrachen für die Stromerzeugung. Schon seit mehreren Jahren wird mit verschiedenen Ansätzen und Prototypen daran geforscht, mit Drachen die Windenergie effektiver und vor allem billiger als mit Windrädern vom Himmel zu holen.

Vielleicht ist das Basteln mit dem Winddrachen der Einstieg für so manches Kind in eine berufliche Laufbahn im Ingenieurswesen für erneuerbare Energien. Der Winddrache, der vor etwa 2500 Jahren in China zum ersten Mal am Himmel stand und Verwunderung hervorrief, könnte ebenso heute für kindliches Erstaunen sorgen, auch bei Erwachsenen.

Ebenfalls eine ganz herausfordernde Angelegenheit sind die Lenkdrachen. Gerade am Strand oder auf dem freien Feld sind Lenkdrachen ein riesen Vergnügen.

März 2019


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