Fingerfarben: Fingermalen - das Gefühl der Farben

Malen mit den Fingern, ein Erlebnis für Kinder, das der Fantasie Gestalt gibt.

Vor 40.800 Jahren malte ein unbekannter Künstler in Höhlen, nahe der heutigen Stadt Altamira in Spanien, das bisher älteste bekannte Wandgemälde der Welt. Er oder sie malte es mit den Fingern beziehungsweise den ganzen Händen. Auch wenn die Werkzeuge der bildenden Kunst seit dieser Zeit beträchtlich an Umfang zugenommen haben, bleiben die Hände oder die Finger weiterhin die Mittler zwischen Idee und Gestaltung. Kinder machen mit ihren Händen die ersten sensorischen Erfahrungen und mit Fingerfarben wird dies zum Erlebnis, das zusätzlich optische Reize besitzt.

Auch wenn Eltern mit Fingerfarben oft eher „eine mittelgroße Sauerei“ verbinden, sind Kleinkinder und Kinder meist hellauf davon begeistert. Dabei ist es nicht allein das Vergnügen des Kindes, das hier im Vordergrund steht. Der Einsatz von Fingerfarben als Spielzeug besitzt handfeste erzieherische Vorteile. Kinder trainieren mit Fingerfarben die Muskeln und die Motorik ihrer Hände. Sie erleben Materie in unterschiedlicher Ausprägung und lernen etwas über Farben sowie ihr Mischungsverhältnis. Beim Umgang mit Fingerfarben werden der Tastsinn, der optische Sinn, aber auch der Geruchs- und der Geschmackssinn in Anspruch genommen, denn natürlich nehmen gerade Kleinkinder die Finger mit den Farben dran auch in den Mund.

Ungefährliche Fingerfarben

Eigentlich müsste es eine Selbstverständlichkeit sein, das Fingerfarben für Kinder ungefährlich sind. Leider ist dem nicht so. Immer wieder zeigen Tests von Verbraucherzentralen, dass in vielen Produkten Chemikalien enthalten sind, die da absolut nicht hineingehören. Dazu gehören auch durchaus Fingerfarben, die in der EU hergestellt wurden. Die Problematik liegt in den sogenannten Hilfsstoffen, die eigentlich nur zur Produktion eingesetzt werden und in den Farben nicht auftauchen dürften. Diese Hilfsstoffe müssen nicht deklariert werden und können nur durch aufwendige Testverfahren nachgewiesen werden. Inzwischen häufen sich aber die Vorfälle, in denen die Hilfsstoffe eine Rolle spielen, weshalb die zuständige EU-Kommission die Liste dieser Hilfsstoffe überarbeiten will.

Manche Hersteller mischen Bitterstoffe in die Farben, um die Kinder davon abzuhalten, sie in den Mund zu nehmen. Allerdings längst nicht alle und ob dies wirklich der geeignete Weg ist, darf ruhig angezweifelt werden.

Fingerfarben selber machen

Der sicherste Weg, Kindern Fingerfarben zur Verfügung zu stellen, die absolut unbedenklich sind, ist der des Selber machen.

Dazu wird nur warmes Wasser, Mehl und Lebensmittelfarbe benötigt. Wer nun Bedenken bezüglich der Lebensmittelfarbe hat, da diese ja auch teilweise aus Chemikalien gefertigt wird, dem kann zur Beruhigung mitgeteilt werden, das die Überwachung von Lebensmittelfarbe in Deutschland bereits im Jahr 1887 gesetzlich geregelt und im Jahr 1962 die erste EU-Verordnung veröffentlicht wurde, in der die Mengen und die Art der verwendeten Stoffe festgelegt waren. Bis heute folgen immer wieder Anpassungen.

Ein Gemisch aus Wasser, Mehl und Lebensmittelfarbe gibt hervorragende Fingerfarben ab, die sich im Kühlschrank etwa 2 Wochen halten. Bevor jedoch Kinder damit ihre ersten Kunstwerke schaffen, sollte bedacht werden, das Mehl sehr viel Stärke enthält, was mit Klebstoff gleichzusetzen ist. Das ist fraglos gut für die Bilder der kleinen Künstler, jedoch eher schlecht für Teppichböden oder andere empfindliche Bestandteile der Wohnungseinrichtung. Selbst auf Keramikböden können eingetrocknete Fingerfarben mit Mehl den Einsatz einer Spachtel notwendig machen. Am besten ist es, das „Atelier“ der malenden Kinder mit einer Folie auszulegen oder den Malspaß, bei schönem Wetter, in den Garten zu verlegen.

November 2019


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