Musik als Spiel

Schon als Kleinkind nimmt der Mensch verschiedene Töne wahr und lernt diese spielerisch zu begreifen. Musik ist ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Entwicklungsprozesses.

Irgendwann vor rund 50.000 Jahren schnitzte ein Mensch auf dem Gebiet des heutigen Slowenien aus einem Tierknochen eine Flöte. Es ist das älteste bisher gefundene Musikinstrument der Welt und lässt vermuten, dass das Musizieren für den Menschen ein schon lange bestehender Akt der sozialen Kommunikation darstellt.

Das Hören war und ist für den Menschen ein äußerst wichtiger Sinn. Der Schall trägt oft weiter als das menschliche Auge sehen oder die Nase riechen kann. Für den Frühmenschen gehörte das „Abhören“ der Umgebung zur Überlebensstrategie und auch heute orientieren wir uns, etwa im Straßenverkehr, teilweise nach dem Gehör.

Hören muss gelernt werden

Kleinkinder trainieren unbewusst den Hör- wie auch alle anderen Sinne durch die Wahrnehmung ihrer Umgebung. Dabei ist es wichtig, den Kindern in Bezug auf das Hören sowohl eine Reizunterflutung wie auch eine Reizüberflutung zu ersparen. Im Klartext bedeutet dies, dass ein völlig stiller Haushalt genauso schlecht ist wie die Wohnung, die dauerhaft aus dem Radio oder der Stereoanlage beschallt wird.

Natürlich gibt es zum Hören bei Kleinkindern verschiedene Studien, die im Konsens nahe legen, das sozusagen handgemachte Musik die beste Form ist, das Gehör eines Kindes zu trainieren. Das Singen und Musizieren als spielerischer Akt besitzt eine enorme Wirkung auf die menschliche Entwicklung. Es ist Kraftfutter für Kindergehirne, so zumindest laut dem Neurobiologen Gerald Hüther, der in Studien belegen konnte, dass Kinder, die häufig zusammen mit ihren Eltern singen und musizieren,

aber auch logisch-mathematische Zusammenhänge einfacher verstehen und weit weniger Aggressionen zeigen als Kinder, die im Vorschulalter kaum oder gar nicht selbst musizierten.

Es muss kein zweiter Mozart werden

Singen oder einfache Musik mit der Flöte oder einem Xylofon sollten für das Kind ein Spiel sein und auch ein Spiel bleiben. Der Zwang zum Musizieren erzeugt nur Widerstand und so manche Eltern, die glauben, dass ihr Kind ein zweiter Mozart wird, dürfen ruhig darauf hingewiesen werden, dass derartige musikalische Genies sehr selten sind.

Kleinkinder wie Kinder sollen das Musikmachen als Spiel begreifen, wozu natürlich ein entsprechendes Instrument gehört. Das kann die berühmte Flöte sein oder jedes andere Instrument, mit dem unterschiedliche Töne erzeugt werden können. Die literarisch verarbeitete Blechtrommel ist also weniger geeignet. Aber auch reine Musikwiedergabegeräte sind eher ungeeignet, auch wenn sie bequem erscheinen. Dem Kleinkind die Kopfhörer aufzusetzen und Kinderlieder abzuspielen ist nicht dasselbe wie die Mixtur aus hören, singen und motorischer Bewegungen beim selbst musizieren. Auf der anderen Seite neigt so mancher Elternteil zur Übertreibung und erwirbt für den vielleicht fünfjährigen Nachwuchs eine elektronische Orgel mit integriertem Rhythmus und Synthesizer. Eine in der Regel sinnlose Investition, denn damit sind Kinder meist überfordert und lassen das Geschenk links liegen.

Es bestehen Empfehlungen von Kinderpädagogen zur Auswahl von Musikinstrumenten für Kinder bis 6 Jahren, wobei die Blockflöte und das Xylophon im Vordergrund stehen. Beide erlauben auf einfache Weise die Erzeugung unterschiedlicher Töne, wobei es für die Eltern heißt, möglichst oft mitzumachen. Musizieren hilft übrigens auch Erwachsenen beim Entspannen.

September 2019


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