Kinder-Teleskope, dem Himmel so nah

Kinder einen Blick in die Unendlichkeit des Alls werfen lassen, ist kein Problem. Es muss nur das richtige Teleskop sein.

Viele Kinder, die in Städten aufwachsen, sehen den nächtlichen Himmel über ihnen meist nur sehr undeutlich. Schuld daran ist oft die Lichtverschmutzung durch Straßenbeleuchtungen und großflächig beleuchtete Gebäude oder auch Lichtreklamen. In einigen Städten ist es aber genauso die Luftverschmutzung. Dabei zeigt das Firmament über unseren Köpfen faszinierende Einblicke in unser Universum. Wer zum Beispiel einmal die Ringe des Saturns selbst durch ein Teleskop erblickte, erhält ein völlig anderes Empfinden für die Unendlichkeit, als das Bilder und Videos wiedergeben könnten.

Das menschliche Auge zeigt seine Höchstleistung etwa im Alter von zehn Jahren. Ab diesem Zeitpunkt beginnt eine zwar langsame, aber beständige Degeneration. Auch Teenager dieses Alters können am Nachthimmel nur blinkende Sterne anhand ihrer Strahlkraft unterscheiden. Die Planeten unseres Sonnensystems, unsere nächsten Nachbarn, bleiben so verborgen. Mit einem Teleskop jedoch lässt sich die Sternen- und Planetenwelt erforschen, doch wer hier seinem Kind den Einstieg in die Astronomie ermöglichen möchte, sollte einiges beachten, denn sonst vergeht die Lust am All schnell.

Das richtige Kinder-Teleskop

Die Anzahl an Teleskopen für Kinder scheint fast identisch mit der Anzahl an Sonnen in der Milchstraße, von denen es Schätzungen zufolge rund 250 Milliarden gibt. Den größten Fehler machen Eltern oder Erziehungsberechtigte, wenn sie beim Kauf des Teleskops zu sehr auf den Preis achten. Es ist im Grunde rausgeschmissenes Geld, denn ein minderwertiges Teleskop macht schlicht keinen Spaß. Wenn die eingebauten Linsen oder Spiegel schlecht verarbeitet sind und das Stativ wackelt wie ein Kuhschwanz, landet das Teleskop sehr schnell in der Kinderzimmerabteilung: „rühr ich nicht mehr an“. Diese Abteilung gibt es in jedem Kinderzimmer.

Vor dem Kauf eines Teleskops darf ruhig die Überlegung angestellt werden, dass ein Teleskop eine Zeitmaschine ist. Schon das Licht der Sterne, die der Mensch mit bloßem Auge erblickt, war mitunter tausende Jahre unterwegs, bevor es die Erde erreichte. Mit einem Teleskop blickt das Kind Millionen Jahre in die Zeit zurück. Es sind unvorstellbare Entfernungen und um wirklich einen Stern oder einen Planeten mit dem Teleskop einzufangen und betrachten zu können, benötigt es hohe Stabilität. Schon der Bruchteil eines Millimeters, den ein Teleskop verwackelt, bedeuten im All tausende oder auch hunderttausende Kilometer Abweichung vom Zielobjekt. Folglich ist ein wichtiger Punkt das richtige Gestell.

Teleskope mit vormontiertem Stativ

Es ist die häufigste und billigste Form der Angebote an Kinderteleskopen, jedoch auch die falsche Form. Die mitgelieferten Stative, meist aus dünnem Aluminiumrohr, auf denen das Teleskop über ein horizontal und vertikal schwenkbares Gelenk verbunden ist, bringen einfach zu wenig Stabilität auf. Da genügt schon ein vorbeifahrendes Auto, um das Teleskop im Kinderzimmer verwackeln zu lassen. Sicher machen solche Teleskope optisch viel her, in ihrer Funktionalität sind sie jedoch sehr eingeschränkt. Es sind zudem überwiegend Linsen-Teleskope, deren Durchsicht von der Qualität der Glaslinsen abhängig ist, wobei die Hersteller gerade daran gerne sparen.

Viel besser: die Rockerbox

Wer seinem Kind wirklich eine Freude machen will, kauft besser ein Dobson-Teleskop. Das ist ein Spiegelteleskop mit einer Grundplatte statt eines Stativs. Das ermöglicht den wirklich stabilen Stand des Teleskops, egal wo es aufgebaut wird. Der Beiname Rockerbox stammt aus dem englischen und bezeichnet dieses spezielle Stativ deshalb so, weil es nicht über Kugellager, sondern über Gleitlager aus Teflon geführt wird. Rocker ist in der englischen Sprache unter anderem der Ausdruck für Kufe oder Ski. Auch der Spiegel ist der Linse vorzuziehen, denn ein Spiegel kann bei gleichen oder geringeren Kosten wesentlich größer ausfallen als eine Linse und so mehr Licht einfangen.

Recht gute Dobson Teleskope mit Tischmontierung (Grundplatte) gibt es ab etwa 150 Euro, wobei dies wesentlich besser investiertes Geld ist als für ein Linsenteleskop mit Stativ, auch wenn dieses schon für 70 Euro erhältlich ist.

Juli 2019


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