Raketen – Spielzeug, Hobby und mehr

Am 3. Dezember 2018 startet die Sojus MS-11 mit drei Personen an Bord zur ISS, der internationalen Raumstation. Die 44 m hohe und 157 Tonnen schwere Trägerrakete ist ein Vorbild für eine Vielzahl von Spielzeugraketen.

Raketen gibt es eigentlich schon sehr lange, nicht erst seit den Weltraumprogrammen der USA und der damaligen Sowjetunion. Der erste überlieferte Raketenstart fand im China des Jahres 1232 statt, also vor rund 780 Jahren. Allerdings waren es vorwiegend Raketen, die zu kriegerischen Zwecken eingesetzt wurden. Dabei sind Raketen wirklich herrliche Spielzeuge, die Kindern eine Vielzahl von physikalischen und mathematischen Gesetzmäßigkeiten vermitteln können und dabei unglaublich viel Spaß machen.

Höher, schneller, weiter

Sicher werden nun vonseiten vieler Eltern, besser vieler Mütter, nicht ganz unbegründete Sorgen bezüglich der Gefahren hervorgebracht. Doch bei näherer Betrachtung findet sich in vielen Gerätschaften für Kinder ein gewisses Gefahrenpotenzial, das durchaus höher liegt als bei den meisten käuflich zu erwerbenden Spielzeugraketen. Ob nun das Fahrrad, das Trampolin oder der Rodelschlitten im Winter, um nur drei Beispiele aufzuführen. Bei allen Gerätschaften, die kinetische Energie erzeugen, bestehen Gefahren, denen in Bezug auf Kinder durch eine entsprechende Sorgfaltspflicht der Eltern begegnet werden kann.

Dabei sind die im Handel erhältlichen Spielzeugraketen, die auch tatsächlich abheben können, mit Antrieben aus Wasser und Luft ausgestattet. Die größte Angst der Eltern besteht ja darin, dass hier mit Sprengstoffen oder anderen gefährlichen Chemikalien hantiert wird, die explodieren könnten. Dem steht in Deutschland das sehr strenge Sprengstoff- und Chemikaliengesetz vor, das nur eine Ausnahme zulässt bei dem sonst strikten Verbot der Abgabe von Sprengstoffen an Privatpersonen. Das ist der Verkauf von Silvesterraketen, die drei Tage vor der Neujahrsnacht in den Handel kommen und nur von Personen erworben werden dürfen, die mindestens 18 Jahre alt sind.

Die Spielzeugrakete kann mehr

Jedes Jahr werden in einer Nacht viele Millionen Euro in die Luft gejagt. Ein sehr kurzes Vergnügen mit einem schlechten Gewissen dazu. Eine Spielzeugrakete hingegen lässt sich beliebig oft in den Himmel schießen und dies nur durch Antriebe aus Luft oder Wasser beziehungsweise in deren Kombination. Dabei lernen Kinder spielerisch, was es zum Beispiel mit Luftwiderstand, Druck und Gegendruck, Beschleunigung, Flughöhen, Kompression, Ballistik, Gleichgewicht oder Stabilität auf sich hat. Kinder lernen aber auch unter der Aufsicht Erwachsener, welche Gefahren ein Flugkörper mit sich bringen kann. Sie lernen, bei Start und Landung Abstand zu halten und sie können mit der Zeit Geschwindigkeiten besser einschätzen. Eine Spielzeugrakete ist Physikunterricht mit einem sehr hohen Freizeitwert.

Natürlich kann auch mit Wasser und Luft sehr hoher und damit gefährlicher Druck durch Kompression erzeugt werden und tatsächlich können mit solchen Antrieben Spielzeugraketen ohne Probleme auf 100 m und mehr in die Höhe befördert werden. Allerdings ist es auch eine Frage der Erfahrung und gerade bei Spielzeugraketen wächst mit dem Spiel der Ehrgeiz, größere Höhen zu erreichen. Gleichzeitig ist aber auch das Wissen um die physikalischen Vorgänge gewachsen, meist unter Anleitung eines Erwachsenen.

Aus Spiel wird Hobby und Leidenschaft

Bei nicht wenigen Kindern, die in jungen Jahren mit dem Raketenvirus infiziert werden, wird das anfängliche Spiel zum Hobby, was wiederum in den recht kleinen Kreis der Anhänger von Modellraketen führt. In ganz Deutschland gibt es nur eine Handvoll Vereine, die sich mit dem Bau und dem Start von Modellraketen beschäftigen. Hier verhält es sich Diametral zu den zahlreichen Modell-Flugzeug-Vereinen. Viele echte Flugzeuge, viele Modellflugzeuge. Wenige echte Raketen, wenige Modellraketen. Es geht dann aber auch um Flughöhen von bis zu mehreren Kilometern. Noch eine Stufe weiter, im Segment der Amateurraketen, sind die Ziele wortwörtlich noch höher gesteckt. Ein Team der Uni Stuttgart hält den aktuellen Weltrekord, es schickte seine Amateurrakete im Jahr 2016 auf 32,3 km Höhe in die Stratosphäre.

Dezember 2018


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