Mobiles – Traumfänger für Kleinkinder und Erwachsene

Sie sind keine Spiele im Sinne der körperlichen Interaktion. Sie sind vielmehr Spiele, die einen optischen Reiz auslösen und über diesen wiederum das Bewusstsein wie das Unterbewusstsein aktivieren. Den meisten Menschen sind Mobiles aus Kinderzimmern bekannt, wo sie üblicherweise über dem Bett hängen und mit ihren eigenständigen Bewegungen das Kleinkind beschäftigen. Mobiles sind aber auch Kunst und als solche überhaupt erst entstanden.

Der im Jahr 1898 in Pennsylvania geborene Bildhauer Alexander Calder gilt als der Erfinder des Mobile. Calder, der sich unter anderem mit beweglichem Spielzeug beschäftigte, verlegte im Jahr 1930 seinen Wohnsitz nach Paris, Frankreich, und lernte dort Piet Mondrian kennen. Aus dieser Bekanntschaft heraus entstanden die ersten Mobiles, die ihre heute geläufige Bezeichnung jedoch erst im Jahr 1934 durch Marcel Duchamp erhielten. Mobile ist eigentlich nur der französische Ausdruck für „beweglich“. Genau das ist ein Mobile. In der Regel sind es geometrische Formen oder Figuren, die an Schnüren aufgehängt sind und sich gegenseitig ausbalancieren. Je nach Größe und Gewicht genügt oft schon ein leichter Hauch, um sie in Bewegung zu versetzen. Im künstlerischen Bereich nehmen Mobiles mitunter jedoch Ausmaße an, wo nur noch Motoren die Bewegung verursachen. Auch Calder schuf derartige Mobiles, die Durchmesser von bis zu 20 m erreichen konnten.

Kinetische Kunst im Wohnraum

Mobiles sind Bestandteile einer Ausdrucksform, die sich kinetische Kunst nennt. In dieser Kunstform finden sich praktisch alle Objekte, die sich durch Eigenbewegung oder durch Bewegung des Betrachters in ihrem Aussehen scheinbar verändern. So zählen zum Beispiel auch Wasserspiele, wie etwa Springbrunnen, zur kinetischen Kunst.

Auch Windspiele, die gerne auf Veranden oder im Eingangsbereich von Wohnhäusern aufgehängt werden, gehören zur kinetischen Kunst und besitzen eine enge Verwandtschaft zu den klassischen Mobiles. Ein Windspiel erzeugt aufgrund seiner Beschaffenheit bei Bewegungen durch den Wind einen beziehungsweise mehrere Töne. Sie sind jedoch wesentlich älter als das Mobile und gelten im Feng Shui, der chinesischen Harmonielehre, als Glücksbringer. Der wesentliche Unterschied neben dem akustischen Reiz des Windspiels gegenüber dem Mobile besteht darin, das beim Windspiel die Bestandteile zwar Horizontal beweglich sind, nicht jedoch Vertikal. Das Mobile verkörpert deshalb weit mehr das vermeintlich freie Schweben.

Als Spielzeug eine sinnliche Erfahrung

Der Begriff „sinnlich“ muss in diesem Fall aus dem sonst üblichen Kontext genommen werden. Für Kleinkinder bedeutet eine sinnliche Erfahrung die Erfassung neuer Eindrücke über die zur Verfügung stehenden Sinne. Das ist bei Babys zuerst einmal der Tast- und Geschmackssinn, gefolgt vom Geruchssinn und letztlich auch das Sehen und Hören. Natürlich kombinieren sich im Laufe des Wachstums die verschiedenen Sinne untereinander, doch zunächst orientiert sich das Kind immer mit dem aktuell am stärksten ausgeprägten Sinn. Erst später dominiert der optische Sinn. Ein Mobile über dem Kinderbett ist folglich wie ein Trainingsgerät für das Auge des Kindes, das den Bewegungen des Mobiles folgt. Heute finden sich oft Mobiles auf dem Markt, die zusätzlich Musik erklingen lassen, womit sich Akustik und Optik miteinander verbinden. Das ist aus psychologischer Sicht eine gute Art der Vorbereitung auf die Informationsgewinnung- und Verarbeitung im späteren Erwachsenenleben. Dabei geht es um das Filtern und Zusammenführen von Teilinformationen zu Gesamteindrücken. Das Ganze wird „Perzept“ genannt und erfolgt unter beständigem Abgleich bereits gemachter Erfahrungen.

Das Kind nimmt über das musikalisch begleitete Mobile die Formen, die Melodie und die Bewegung im Raum auf und legt sie im Unterbewusstsein ab. Es lernt auf spielerische Art seine Sensorik zu nutzen.

Mobiles für Erwachsene

Auch Erwachsene freuen sich an den langsamen Bewegungen von Mobiles und deshalb sind diese nicht nur in Kinderzimmern, sondern ebenso im Wohnraum oder im Büro anzutreffen, wobei es für Formen und Farben praktisch keine Grenzen gibt. Genauso wenig wie die Fantasie des oder der Betrachterin keine Grenzen kennt, um im Anblick der schwebenden Objekte träumerisch auf Reisen zu gehen, die bis ans Ende des Universums führen können.

Februar 2019


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