Schlitten – Spaß im Schnee

Auch wenn nun schon seit Jahren in den mittleren und tieferen Lagen Deutschlands die weiße Pracht eher eine Ausnahmeerscheinung darstellt, gibt es fast jedes Jahr zumindest ein paar Tage, in denen es genügend schneit, das es für ein paar Rutschpartien der Kinder an kleineren oder größeren Hügeln vor der Haustür ausreicht.

Dafür wird natürlich ein entsprechender Schlitten benötigt und davon gibt es weit mehr Versionen als Schnee. Genau für diese seltenen Tage ist so ein Schlitten gedacht und ist aus diesem Grund weit eher ein Spielzeug als ein Sportgerät. So wenig wie sich ein Kind mit seinem Rodelgerät in die Eisbahn einer Wintersportanlage verirrt, so wenig wird etwa ein olympischer Vierer-Bob auf dem 50 m hohen „Berg“ einer Vorstadtgemeinde zu sehen sein.

Der Spaß steht im Vordergrund

Um so eine schnell improvisierte Rodelbahn herunterzusausen, genügt schon eine einfache Plastiktüte, wobei dies eine durchaus schmerzhafte Angelegenheit für das jeweilige Hinterteil werden kann. Beträgt die Schneedicke nur ein paar Zentimeter, machen sich kleine Steine oder andere Gegenstände schnell bemerkbar.

Einen weit größeren Spasseffekt bieten alte Gummischläuche, bevorzugt diejenigen von LKW-Reifen. Ein Teil des Spaßes ist hierbei, das sich Gummischläuche praktisch kaum steuern lassen. Die ausgewählte Rodelbahn sollte dementsprechend gerade verlaufen oder zumindest keine zu harten Widerstände aufweisen. Die „Profis“ unter den Gummischlauchrutschern setzen für die Gleitfläche zusätzlich Vaselin ein.

Auch die Spielzeugindustrie hat schon frühzeitig den Trend erkannt und bietet eigene Kreationen an, die den Gummireifen nachempfunden sind. Meist sind diese mit zusätzlichen Handgriffen und einem Seil versehen. Bezüglich des Materials stehen verschiedene Kunststoffe beziehungsweise Naturkautschuk oder Gummi zur Verfügung. Dabei können die Kunststoffe bezüglich Widerstandsfähigkeit mit dem Gummi kaum konkurrieren, was sich auch deutlich im Preis bemerkbar macht. Ein weiterer Nachteil ist, dass die Kunststoffe mit reichlich Weichmachern versetzt sind, um sie flexibel genug zu machen. Ein guter Gummischlauch-Schlitten in fröhlich bunter Ausführung und zusätzlichen Handgriffen kommt jedoch schnell auf über 100 Euro. Das geht preiswerter, wenn sich gleich echte LKW-Gummischläuche geholt werden. Je nach Größe kommen diese auf 10 bis 30 Euro. An der nächsten Tankstelle aufblasen lassen und los geht es.

Kunststoffe dominieren den Schlitten-Markt

Wer nicht zur aufblasbaren Variante eines Schlittens greifen möchte, dem stehen unzählige Versionen des Rodelschlittens in Kunststoff zur Verfügung. Angefangen beim sogenannten Poporutscher, eine etwas stärkere und kostenpflichtige Ausführung der Plastiktüte, bis zum Pistenbock, einem 400 Euro teuren Rodelschlitten für Jugendliche und Erwachsene mit lenkbaren Kufen, Bremsen und eingebauter Federung. Die Version für Kinder kostet „nur“ 300 Euro. Dazwischen bestehen die verschiedensten Variationen, meist im Spritzgussverfahren aus PVC gefertigt, manchmal aber auch aus Aluminium, wobei diese auch die 100-Euro-Marke überschreiten.

Der Klassiker – Holzschlitten

Er ist der Urvater aller Rodelschlitten und so mancher heute sechzigjährige war als Kind damit unterwegs. Ein guter Holzschlitten schlägt zwar auch mit etwa 60 bis über 100 Euro zu Buche, überzeugt dafür jedoch durch Langlebigkeit und Nachhaltigkeit. Gute Holzschlitten werden ohne weiteres über zwei oder drei Generationen weitergereicht, einfach, weil sie nicht kaputt zu bekommen sind. Ein Holzschlitten lässt sich mit den Füßen und durch Körperverlagerung lenken, sowohl Rittlings wie Bäuchlings, und für die Stahlkufen empfiehlt sich Kerzenwachs. Selbst eine Rutschpartie mit drei Kindern gleichzeitig ist kein Problem.

Der Holzschlitten ist zwar nicht zusammenklappbar oder besitzt eher wenige besondere Ausstattungsmerkmale, dafür überzeugt er bereits seit Jahrhunderten in kaum veränderter Form und Funktionalität. Ihm wurde sogar in der Filmwelt ein Denkmal gesetzt. In „Citizen Kane“ von Orson Welles aus dem Jahr 1941 flüstert der sterbende Titelheld in der ersten Szene als letztes Word „Rosebud“. Herauszufinden, was dieses Wort bedeutet, ist ein Teil des Handlungsstrangs in Citizen Kane. Am Ende zeigt sich, das Rosebud ein Holzschlitten war, den der alte Mann als Kind über alles liebte und nie vergessen konnte.

Februar 2019


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